Musikalisches

Lalalala la!

Die Vorgänge in den zurückliegenden Tagen und Wochen mache eine Stellungnahme der Redaktion unausweichlich.


Jürgen Rieger

Selbstverständlich ist der Tod Riegers zu begrüßen. Wir hatten uns allerdings gewünscht, die Hinrichtung Riegers möge von einem Kampfhubschrauber aus durch Raketenbeschuss erfolgen. Diese Hoffnung hatten wir bereits mehrfach bei den zuständigen Stellen geäußert, offensichtlich ohne Erfolg. Nun gilt es bei der – soviel sei unseren Lesern verraten – bereits in Planung sich befindlichen Neutralisierung von Udo Pastörs ein erfolgversprechendes Konzept vorzulegen, das keinen Zweifel an der Entschlossenheit der antifaschistischen Kräfte in der BRD lässt.

Minarettverbot

Ungeachtet seines Gegenstandes ist ein Verbot an sich zunächst einmal ein sehr schönes Konzept. Die Redaktion hat kein Verständnis für die Einengung der Debatte auf Minarette. Es sind weitere Verbote nötig. Wir fordern exemplarisch ein Verbot der Polizei und anderer staatlicher Repressionsbehörden. Sie behindern zahlreiche sinnvolle Verbotsverfahren, wie zum Beispiel das der NPD oder das von Gewalt gegen Menschen. Weitere sinnvolle Verbote: Currywurst, Ruhrgebiet, Sternburg.

Das zweite Problem der Debatte ist, dass sie sich auf die Schweiz beschränkt. Wen interessiert denn, was da erlaubt ist und was nicht? Uns nicht, wir sind Weltmenschen.

Bei unseren linksliberalen Lesern wollen wir uns dennoch mit einem Kompromissvorschlag anbiedern: Man könnte Minarette erlauben und im Gegenzug Moscheen verbieten. Der wirklich schlimme Kram passiert schließlich in den Moscheen, nicht auf den Minaretten. Die könnten ihren Platz dann anderswo finden, beispielsweise an Kirchen, Bibliotheken oder Kneipen mit Kegelbahnen.


Bob Dylan / Weihnachten

Bob Dylan hat einen musikalischen Selbstmordversuch unternommen. Nun bleibt zuerst zu fragen, warum die Redaktion sich so fürchterlicher Beschreibungen wie “musikalischer XY” für ein Musikstück bedient. Die Antwort lässt auf sich warten. Zweitens ist festzustellen, dass Dylan gescheitert ist, zur musikalischen Untermalung dieses Beitrags läuft “Stuck inside a mobile with the Memphis Blues again“.
Wenn das schreckliche Machwerk dem Künstler nicht geschadet hat, dann ist auch verständlich, warum es seinem Gegenstand, dem Weihnachtsfest, nicht genützt hat. Das bleibt unpopulär wie eh und je. Bei uns zu Hause wurde es bereits abgesagt, nachdem nicht genug Karten verkauft werden konnten.

Derby

Die nächste öffentliche Demütigung der Hitleristen aus Hamburg findet am 20. Dezember statt. Schließlich hatten nicht einmal die Nazis einen schlechteren ‘Stürmer’ als der HSV. So weit, so bekannt. Was die wenigsten wissen, ist, dass bedeutende Teile der Redaktion noch ohne Karte sind und sich deshalb ein etwas anderes Programm überlegt haben. Wir werden völlig zugekokst vor der Arena stehen und Streit suchen.

Bullenschweine

Dieser Vorfall ruft Ekel hervor. Uniformierte Arschlöcher schwingen sich zum Herrenmenschen auf und erniedrigen andere mit Gewalt. Sie dürfen das, denn sie sind Polizisten, und sie haben sich unangreifbar gemacht. Was man da machen kann? Gute Frage, die eine wohlüberlegte Diskussion abseits von Empörungsgesten lohnen würde.

Asaf Avidan

mp3 downloaden.

Ich werde den Rest des Tages diese Website angucken:

http://www.eternalmoonwalk.com/

Ein ruhiger Nachmittag in einer Luxusvilla. Im großzügig ausgestatteten Wohnzimmer befinden sich zwei Personen. Die eine, Michael Jackson, ist sehr aufgeregt und geht im Zimmer auf und ab. Die andere, Gott, sitzt gemütlich im Sessel. Gott sieht ungefähr so aus wie von Christen oft beschrieben. Die beiden sind mitten im Gespräch.

Michael:
Was willst du schon wieder von mir? Geh weg.

Gott:
Wir sind noch nicht fertig, mein Sohn. Wir sind noch nicht fertig.

Michael:
Ich bin nicht dein Sohn! Ich meine, du kannst nicht von jedem Menschen, der größer ist als du, behaupten, dass er dein Sohn ist!

Gott schmunzelt schmutzig.

Michael hustet blutig.

Gott:
Das ist noch nicht alles, du kennst ja den Rest der Geschichte. Du kommst damit nicht durch. Mit dieser Superstarscheiße, dieser Erlösererscheinung und deinen zwei Milliarden Fans.

Michael:
Was willst du tun? Die nächste Verleumdungskampagne auflegen? Was wird es diesmal? Du bist schon mit deinem Kinderschändermärchen nicht durchgekommen, die Leute lieben mich trotzdem. FREISPRUCH, mein Gott, FREISPRUCH!

Michael tanzt minutenlang durch den Raum. Gott grummelt. Michael moonwalkt vor das Fenster.

Gott:
‚Moonwalk,’ …herrje.

Michael, jetzt ruhiger:
Der heißt nur so, keine Sorge.

Beide schweigen ein wenig.

Gott:
Du wirst sterben.

Michael:
Ich möchte nicht sterben.

Gott:
Michael, mein Sohn, es ist vorbei. Leg dich hin. Entspann dich. Und nimm das hier.

Gott reicht ihm etwas.

Michael:
Ich will deine Drogen nicht mehr haben, seit Jahren nervst du mich mit diesem Zeug und ich fühle mich schlecht. So schlecht.

Gott:
Nimm sie, Michael.

Michael nimmt sie.

Michael legt sich auf die Couch und schläft ein. Gott geht langsam aus dem Zimmer. Er schließt die Tür leise hinter sich, der Raum liegt ruhig da. Von irgendwoher hören wir schon die Sirenen der Krankenwagen. Ein Hubschrauber nähert sich. Da öffnet sich die Tür und ein kleiner Junge mit krausem Haar kommt in den Raum. Er tänzelt leichten Schrittes durch das Zimmer, setzt sich auf den großen Teppich und spielt da mit bunten Bauklötzen.

Als die Ärzte und Sanitäter das Zimmer stürmen und lauthals über den Mann auf der Couch herfallen, ist der Junge schon lange nicht mehr da.

Samstag beim Konzert gewesen. Geil gewesen.

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