Musikalisches

Lalalala la!

mp3 downloaden.

Ich werde den Rest des Tages diese Website angucken:

http://www.eternalmoonwalk.com/

Ein ruhiger Nachmittag in einer Luxusvilla. Im großzügig ausgestatteten Wohnzimmer befinden sich zwei Personen. Die eine, Michael Jackson, ist sehr aufgeregt und geht im Zimmer auf und ab. Die andere, Gott, sitzt gemütlich im Sessel. Gott sieht ungefähr so aus wie von Christen oft beschrieben. Die beiden sind mitten im Gespräch.

Michael:
Was willst du schon wieder von mir? Geh weg.

Gott:
Wir sind noch nicht fertig, mein Sohn. Wir sind noch nicht fertig.

Michael:
Ich bin nicht dein Sohn! Ich meine, du kannst nicht von jedem Menschen, der größer ist als du, behaupten, dass er dein Sohn ist!

Gott schmunzelt schmutzig.

Michael hustet blutig.

Gott:
Das ist noch nicht alles, du kennst ja den Rest der Geschichte. Du kommst damit nicht durch. Mit dieser Superstarscheiße, dieser Erlösererscheinung und deinen zwei Milliarden Fans.

Michael:
Was willst du tun? Die nächste Verleumdungskampagne auflegen? Was wird es diesmal? Du bist schon mit deinem Kinderschändermärchen nicht durchgekommen, die Leute lieben mich trotzdem. FREISPRUCH, mein Gott, FREISPRUCH!

Michael tanzt minutenlang durch den Raum. Gott grummelt. Michael moonwalkt vor das Fenster.

Gott:
‚Moonwalk,’ …herrje.

Michael, jetzt ruhiger:
Der heißt nur so, keine Sorge.

Beide schweigen ein wenig.

Gott:
Du wirst sterben.

Michael:
Ich möchte nicht sterben.

Gott:
Michael, mein Sohn, es ist vorbei. Leg dich hin. Entspann dich. Und nimm das hier.

Gott reicht ihm etwas.

Michael:
Ich will deine Drogen nicht mehr haben, seit Jahren nervst du mich mit diesem Zeug und ich fühle mich schlecht. So schlecht.

Gott:
Nimm sie, Michael.

Michael nimmt sie.

Michael legt sich auf die Couch und schläft ein. Gott geht langsam aus dem Zimmer. Er schließt die Tür leise hinter sich, der Raum liegt ruhig da. Von irgendwoher hören wir schon die Sirenen der Krankenwagen. Ein Hubschrauber nähert sich. Da öffnet sich die Tür und ein kleiner Junge mit krausem Haar kommt in den Raum. Er tänzelt leichten Schrittes durch das Zimmer, setzt sich auf den großen Teppich und spielt da mit bunten Bauklötzen.

Als die Ärzte und Sanitäter das Zimmer stürmen und lauthals über den Mann auf der Couch herfallen, ist der Junge schon lange nicht mehr da.

Samstag beim Konzert gewesen. Geil gewesen.

Guckt´s euch einfach an, so groß es geht, mindestens zwei mal:

“Früher dachte ich ‘Fick Politik’, heut´ will ich mitreden” rappt Samy Deluxe in seinem neuesten Song Dis wo ich herkomm. Und wie sieht das aus, wenn einer, der jahrelang nur über seinen ausgeprägten Drogenkonsum musiziert hat, plötzlich die Politik entdeckt? Freilich nicht gerade reflektiert. Dass es jedoch so schlimm kommen muss, ist eigentlich keine Notwendigkeit. Aber es passt in die Zeit.

Man kann es ganz unverblümt sagen: Dis wo ich herkomm ist ein modernes Deutschlandlied, mit allen drei Strophen. Die “neue Perspektive”, die Samy anbietet, ist eine, die sich die Deutschen in 64 Jahren Nachkriegszeit sorgfältig aufgebaut haben. Mit seiner Nationalutopie deckt Samy alles von den Grünen bis zum rechten Rand der CDU ab. Da sind die Partei-Hippies, die die “kulturelle Vielfalt” abfeiern und alltäglichen deutschen Rassismus ebenso übersehen wie die menschenverachtenden Ideologien der Islamisten. Da ist die SPD, die sich freut, dass es hier “noch eine Mittelschicht zwischen Reichen und Armen” gibt. Da ist das “Sorry, wir haben gerade keine Zeit für euren Holocaust, wir müssen hier arbeiten”, das quasi das Glaubensbekenntnis im Wirtschaftswunderland ist, wenn Samy rappt: “Ich seh´ ein, dass die Vergangenheit in diesem Land nicht einfach ist, doch wir können nicht stehen bleiben, weil die Uhr immer weitertickt.” Und seinen Aufnahmeantrag für den CDU-Ortsverein Osnabrück stellt er mit den Worten: “Wir müssen was für unser Land tun.” Natürlich ist Samy kein Nazi. Aber er klingt wie einer: “Ich werd beweisen, dass ich mehr für Deutschland mach´ als der Staat.”

Er spricht auch für all die Patrioten, die an den Stammtischen, in den Bussen und Lehrerzimmern ihr schwarzrotgoldenes Süppchen kochen. Er erinnert sich selig an die WM: “Einen Monat war´n wir kurz stolz, dann mussten wir uns wieder schämen, denn es heißt wir haben beide Weltkriege gestartet.” Samy in Verschwörungstheorienwonderland! Da sind irgendwelche dunklen Kräften, die den Deutschen sagen, dass sie sich schämen müssen. Weil Deutschland angeblich die Weltkriege gestartet hat. Aber es ist weder Deutschland schuld noch sind es die Deutschen, nein, “die Nazizeit hat unsere Zukunft versaut”. Und dieser eine, der die Nazizeit gestartet hat? “Der Typ war doch eigentlich Österreicher.” Ja, den Deutschen mit ihrem ach so tollen Land wird schon übel mitgespielt. Deshalb ruft Samy jetzt zur Wende: “Schluss mit den alten Zeiten!”

Man kann das kalte Kotzen kriegen, wenn man sich diesen Scheiß anhört. In seiner Arglosigkeit zeigt Neupolitiker Samy aber auch ganz klar, wohin das vermeintlich harmlose Fahnenschwenken, das Auch-mal-stolz-sein-dürfen, der Verfassungs- und Multikultipatriotismus führen: In ein Deutschland, wie es Deutschland entspricht: großkotzig, uneinsichtig, dumm, und ganz schlicht nationalistisch. Und am Ende ist es dann doch nur wieder eine “Zeit”, die die Verbrechen begeht.

Kunst

Frittenbude – Mindestens in 1000 Jahren

Kurze Frage

Gibt es hier jemanden, der Michael Jackson nicht für den größten Künstler aller Zeiten hält?

« Older entries § Newer entries »