Lalalala la!
Samstag beim Konzert gewesen. Geil gewesen.
Guckt´s euch einfach an, so groß es geht, mindestens zwei mal:
“Früher dachte ich ‘Fick Politik’, heut´ will ich mitreden” rappt Samy Deluxe in seinem neuesten Song Dis wo ich herkomm. Und wie sieht das aus, wenn einer, der jahrelang nur über seinen ausgeprägten Drogenkonsum musiziert hat, plötzlich die Politik entdeckt? Freilich nicht gerade reflektiert. Dass es jedoch so schlimm kommen muss, ist eigentlich keine Notwendigkeit. Aber es passt in die Zeit.
Man kann es ganz unverblümt sagen: Dis wo ich herkomm ist ein modernes Deutschlandlied, mit allen drei Strophen. Die “neue Perspektive”, die Samy anbietet, ist eine, die sich die Deutschen in 64 Jahren Nachkriegszeit sorgfältig aufgebaut haben. Mit seiner Nationalutopie deckt Samy alles von den Grünen bis zum rechten Rand der CDU ab. Da sind die Partei-Hippies, die die “kulturelle Vielfalt” abfeiern und alltäglichen deutschen Rassismus ebenso übersehen wie die menschenverachtenden Ideologien der Islamisten. Da ist die SPD, die sich freut, dass es hier “noch eine Mittelschicht zwischen Reichen und Armen” gibt. Da ist das “Sorry, wir haben gerade keine Zeit für euren Holocaust, wir müssen hier arbeiten”, das quasi das Glaubensbekenntnis im Wirtschaftswunderland ist, wenn Samy rappt: “Ich seh´ ein, dass die Vergangenheit in diesem Land nicht einfach ist, doch wir können nicht stehen bleiben, weil die Uhr immer weitertickt.” Und seinen Aufnahmeantrag für den CDU-Ortsverein Osnabrück stellt er mit den Worten: “Wir müssen was für unser Land tun.” Natürlich ist Samy kein Nazi. Aber er klingt wie einer: “Ich werd beweisen, dass ich mehr für Deutschland mach´ als der Staat.”
Er spricht auch für all die Patrioten, die an den Stammtischen, in den Bussen und Lehrerzimmern ihr schwarzrotgoldenes Süppchen kochen. Er erinnert sich selig an die WM: “Einen Monat war´n wir kurz stolz, dann mussten wir uns wieder schämen, denn es heißt wir haben beide Weltkriege gestartet.” Samy in Verschwörungstheorienwonderland! Da sind irgendwelche dunklen Kräften, die den Deutschen sagen, dass sie sich schämen müssen. Weil Deutschland angeblich die Weltkriege gestartet hat. Aber es ist weder Deutschland schuld noch sind es die Deutschen, nein, “die Nazizeit hat unsere Zukunft versaut”. Und dieser eine, der die Nazizeit gestartet hat? “Der Typ war doch eigentlich Österreicher.” Ja, den Deutschen mit ihrem ach so tollen Land wird schon übel mitgespielt. Deshalb ruft Samy jetzt zur Wende: “Schluss mit den alten Zeiten!”
Man kann das kalte Kotzen kriegen, wenn man sich diesen Scheiß anhört. In seiner Arglosigkeit zeigt Neupolitiker Samy aber auch ganz klar, wohin das vermeintlich harmlose Fahnenschwenken, das Auch-mal-stolz-sein-dürfen, der Verfassungs- und Multikultipatriotismus führen: In ein Deutschland, wie es Deutschland entspricht: großkotzig, uneinsichtig, dumm, und ganz schlicht nationalistisch. Und am Ende ist es dann doch nur wieder eine “Zeit”, die die Verbrechen begeht.
Frittenbude – Mindestens in 1000 Jahren
Gibt es hier jemanden, der Michael Jackson nicht für den größten Künstler aller Zeiten hält?
“Eintausend” ist in diesem Fall keine Zahl, sondern ein Lebensgefühl.

Geht richtig nach vorne. Wer sich jetzt fragt “Was sind denn das für Leute???”, der fragt den Falschen. Besser mal bei der Regierung nachfragen, die sagt:
Die Mitglieder der Infamous Youth tragen generell schwarze Kleidung. Nahezu alle Mitglieder dieser Gruppe sind in die Kategorie -B- eingestuft.
Da bleibt kein Auge trocken.
Neulich in einem Laden für Bücher und Tonträger. Ich stehe vor einem Regal und schaue mir Bücher an. Der Laden ist voll, aber still – keine Musik. Ich muss mich ständig umschauen, wem ich gerade im Weg stehe und was ich daran ändern kann.
Hinter mir läuft ein Kundenberatungsgespräch.
Kundin: Guten Tag, ich suche CDs mit schöner Weihnachtsmusik. Können Sie mir da weiterhelfen?
Verkäuferin: Ja, sicher. (zögert kurz) Da ist natürlich die Frage, was Sie unter schöner Weihnachtsmusik verstehen…
Kundin: Ja schön weihnachtlich halt.
Verkäuferin: Ja, davon gibt´s viel – aber was genau Sie schön finden, das müssen Sie wissen. Können Sie nicht näher beschreiben, was Sie wollen?
Kundin: Ich suche eben so schöne Weihnachtsmusik.
Verkäuferin: Okay. Schauen wir mal hier so rum. Es gibt amerikanische Weihnachtsmusik…
Kundin: Oh nein, nicht amerikanisch!
Verkäuferin: Dann haben wir hier so Kirchenmusik…
Kundin: Nee, keine Kirche bitte.
Verkäuferin: Hm…
Kundin: Haben Sie denn keine deutsche Weihnachtsmusik?
Verkäuferin: So Weihnachtsvolkslieder? Ja, das müssten wir auch noch was da haben. Ich geh mal ins Lager.
Das ist er also: Der gut sortierte Fachhandel.




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