Und eben tweetete ich so: Erwäge, dieses Getwitter zugunsten des Blogs wieder sein zu lassen. Aber ob das dann funktioniert, wer weiß.

Denn, einige werden es bemerkt haben, hier tut sich gar nichts mehr. Und das, ich räume das jetzt ein wie ein Regal, obwohl ich eigentlich Zeit dafür habe. Und während hier so Nas aus den Lautsprechern pumpt lese ich allerlei Blödsinn im Internet, den ich ja durchaus auch kommentieren könnte. Oder ich denke mir mal was eigenes aus, das ist ja alles prinzipiell möglich, und das Publikum will es, ich will es, alle wollen es. Aber wie so oft passiert nicht das, was für alle das Beste wäre. Das ist der Kapitalismus, aber damit können wir um. Neue Mentalität in der Redaktion: Rapper. Wir grabben was unsers ist auf dem freien Markt. Reich werden no matter how. Das Geld liegt auf der Straße und in den Taschen der Dummen und der Klugen, man muss es da rausholen. Viele verlieren, wir gewinnen, so läuft das halt, SORRY.

Okay, der Link da oben geht nicht in Deutschland. Ich lasse ihn drin, damit Ihr Euch das mal vor Augen führt, wie scheiße es hier ist. Sony hasst uns und alles, was hier wächst. Und jetzt mal abwarten.

Wer nicht leiden will muss sterben.

… wenn ich mit Karren voll Zeugs für Gaza wochenlang durch Ägypten irre statt meinem Amt im britischen Parlament nachzugehen, mich mit “pauschalen Sicherheitsgründen” abspeisen lassen muss und auf tagesschau.de an wen auch immer, aber natürlich besonders gerne die Deutschen sowie mit einem Wink mit dem Apartheidswallbetonelement schließlich an den ägyptischen Präsidenten appeliere:

Präsident Mubarak, bitte lösen sie das Problem. Gaza ist nur ein paar Stunden von uns entfernt. Wir haben die Hilfe, die die Leute in Gaza brauchen. Am Jahrestag des Angriffs auf sie sollten alle Finger auf Israel gerichtet sein und nicht durch Ärger über Ägypten abgelenkt werden.”

Die Vorgänge in den zurückliegenden Tagen und Wochen mache eine Stellungnahme der Redaktion unausweichlich.


Jürgen Rieger

Selbstverständlich ist der Tod Riegers zu begrüßen. Wir hatten uns allerdings gewünscht, die Hinrichtung Riegers möge von einem Kampfhubschrauber aus durch Raketenbeschuss erfolgen. Diese Hoffnung hatten wir bereits mehrfach bei den zuständigen Stellen geäußert, offensichtlich ohne Erfolg. Nun gilt es bei der – soviel sei unseren Lesern verraten – bereits in Planung sich befindlichen Neutralisierung von Udo Pastörs ein erfolgversprechendes Konzept vorzulegen, das keinen Zweifel an der Entschlossenheit der antifaschistischen Kräfte in der BRD lässt.

Minarettverbot

Ungeachtet seines Gegenstandes ist ein Verbot an sich zunächst einmal ein sehr schönes Konzept. Die Redaktion hat kein Verständnis für die Einengung der Debatte auf Minarette. Es sind weitere Verbote nötig. Wir fordern exemplarisch ein Verbot der Polizei und anderer staatlicher Repressionsbehörden. Sie behindern zahlreiche sinnvolle Verbotsverfahren, wie zum Beispiel das der NPD oder das von Gewalt gegen Menschen. Weitere sinnvolle Verbote: Currywurst, Ruhrgebiet, Sternburg.

Das zweite Problem der Debatte ist, dass sie sich auf die Schweiz beschränkt. Wen interessiert denn, was da erlaubt ist und was nicht? Uns nicht, wir sind Weltmenschen.

Bei unseren linksliberalen Lesern wollen wir uns dennoch mit einem Kompromissvorschlag anbiedern: Man könnte Minarette erlauben und im Gegenzug Moscheen verbieten. Der wirklich schlimme Kram passiert schließlich in den Moscheen, nicht auf den Minaretten. Die könnten ihren Platz dann anderswo finden, beispielsweise an Kirchen, Bibliotheken oder Kneipen mit Kegelbahnen.


Bob Dylan / Weihnachten

Bob Dylan hat einen musikalischen Selbstmordversuch unternommen. Nun bleibt zuerst zu fragen, warum die Redaktion sich so fürchterlicher Beschreibungen wie “musikalischer XY” für ein Musikstück bedient. Die Antwort lässt auf sich warten. Zweitens ist festzustellen, dass Dylan gescheitert ist, zur musikalischen Untermalung dieses Beitrags läuft “Stuck inside a mobile with the Memphis Blues again“.
Wenn das schreckliche Machwerk dem Künstler nicht geschadet hat, dann ist auch verständlich, warum es seinem Gegenstand, dem Weihnachtsfest, nicht genützt hat. Das bleibt unpopulär wie eh und je. Bei uns zu Hause wurde es bereits abgesagt, nachdem nicht genug Karten verkauft werden konnten.

Derby

Die nächste öffentliche Demütigung der Hitleristen aus Hamburg findet am 20. Dezember statt. Schließlich hatten nicht einmal die Nazis einen schlechteren ‘Stürmer’ als der HSV. So weit, so bekannt. Was die wenigsten wissen, ist, dass bedeutende Teile der Redaktion noch ohne Karte sind und sich deshalb ein etwas anderes Programm überlegt haben. Wir werden völlig zugekokst vor der Arena stehen und Streit suchen.

Bullenschweine

Dieser Vorfall ruft Ekel hervor. Uniformierte Arschlöcher schwingen sich zum Herrenmenschen auf und erniedrigen andere mit Gewalt. Sie dürfen das, denn sie sind Polizisten, und sie haben sich unangreifbar gemacht. Was man da machen kann? Gute Frage, die eine wohlüberlegte Diskussion abseits von Empörungsgesten lohnen würde.

Klarstellung

Zuletzt hat es hier berechtigte Kritik an uns gegeben. Dazu will ich ganz klar Stellung beziehen: Ich verbitte mir das! Von jedem, ob im Inland oder im Ausland.

Super, das macht Spaß. Den Leuten so richtig schön über den Mund fahren, schön einen auskanzlern. Das muss man sich erlauben können, und natürlich habe ich jedes Recht dazu. Wir leben hier immer noch ganz gut vom Glanz vergangener Tage und könnten noch Jahre mit selbstreferentiellem Scheiß bestreiten und dabei stets in der allerersten Reihe der Blogs bleiben, also in ungezählten Lesezeichen-Symbolleisten die Premiumplätze belegen.

Was bisher nur die wenigsten unserer Leser wissen, weil sie reich sind, ist, dass das Leben kein Kinderschlecken ist. In einem künstlerischen Versuch, das Leben so abzubilden, wie es wirklich ist, habe ich dieses Foto geschossen.

Es zeigt die Zweiteilung des Lebens in Himmel und Mais, in blau und eine andere Farbe. Eine Farbe, die keinen Namen hat. Ich habe übrigens gehört, dass Herta Müllers neues Buch jetzt doch diesen Titel tragen soll: “Eine Farbe, die keinen Namen hat” Vielleicht kann ich ihr mein Bild als Cover verkaufen, irgendwo muss die Miete ja herkommen.

Ehrlich, dieses Bedeutungsgescheische mit Sprache ist wirklich beängstigend bescheuert. Eben bei Anne Will wollte so ein Vollidiot der Welt erklären, dass Sozialstaat und Rechtsstaat in einem Spannungsverhältnis stünden und es da in der wunderbaren BRD natürlich ein Gleichgewicht gäbe, dass aber nicht zugunsten des Sozialstaats kippen dürfe. Also er hat das jetzt nicht irgendwie vertreten, und eigentlich hat er es auch gar nicht erklärt, er hat das halt einfach so dahingeschwurbelt und keinerlei Anstalten gemacht, seine These plausibel zu machen. Man täuscht sich da manchmal, wenn man Dinge nicht versteht. Meistens gibt es gar nichts zu verstehen.

Das gilt auch für so einige polittheoretisch angestrichene Texte von selbsternannten Radikallinken, die im Endeffekt ganz unpolitisch sind. Da sitzt man dann so davor und fragt sich “Und was wollen die Genossen jetzt, was sollte irgendwer tun, was wäre denn GUT?” und merkt dann, dass das dem Autor doch scheißegal ist, oder man merkt es eben nicht. Jedenfalls will ich das irgendwann mal anprangern: Das Unpolitische in vermeintlich hochpolitischen Pamphleten.


Wat is da wenn man et braucht? – Pommes!
Wat is niemals ausverkauft? Pommes!
Wat hat ganz viel working class? Pommes!
Wat macht inne Schnauze Spaß? Pommes!

Die beste deutsche Band ist Eisenpimmel. Gibts auch intelluell erklärt und zum Reinhören hier. Ich muss da immer ganz viel lachen bei.

Bei Twitter sammeln wir derzeit die schönsten Fußballphrasen. Das wird sicher noch ein bis zwei Jahre dauern, bis wir alle relevanten Phrasen zusammengetragen haben.

Das wars für heute. Übrigens, es gibt jetzt immer ab Montags um 0 Uhr alle Spielzusammenfassungen aus der Bundesliga auf sky.de. Das ist ziemlich cool.

striet

Straßenkunst

schere

Ich weiß zwar nichts über Herta Müller, aber eben las ich, dass sie bereits folgende Titel geschrieben hat:

“Der Fuchs war damals schon ein Jäger“

„Herztier“

„Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet”

Ole kommentiert bei Facebook: Ich freu mich auf die nächsten, ich tipp mal auf “Cappuccino bittersüß” und “Männer sind zum Einkaufstüten tragen da“.

Das ist lustig und Verbrochenes.net tippt natürlich mit! Here we go:

Der Wald im Schweigen

Ein Himmel an der langen Leine

Onkel Walfisch

Kartoffelecken braten länger

Die Aubergine schmeckt auch mit Salz

Gestern habe ich Klaus getroffen

Meine Wochen in den Wechseljahren

Bau keine Scheiße mit Bier

An der vierten Ampel nach hinten abbiegen

Ein Bau ohne Fahrstuhl

Der Preis glüht und ist lecker

Unser Land kann mehr

Mit Eisbären lutscht man keine Bonbons

Wilde Männer wohnen in Westberlin

Mit Knoblauch fängt man Tiger

Und weiter?



via

mehr

Alle, die nicht mehr wissen wollen, was das heutige Deutschland mit seiner Vergangenheit zu tun hat, möchte die SPD offenbar zum Denken anregen.

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