Man kann dieses Buch gar nicht lesen, und erst recht nicht besprechen, ohne es ständig mit den beiden Vorgängern zu vergleichen, ohne immer wieder zu überlegen, wie es in die Geschichte des Bremers Frank passt, der zehn Jahre später Herr Lehmann genannt wird und sich in Berlin dagegen wehrt, einen Lebensinhalt haben zu müssen. Der kleine Bruder beschreibt eine Episode, die zwischen Neue Vahr Süd und Herr Lehmann liegt. Dabei ist die Handlung den Ereignissen in Bremen zeitlich viel näher, und doch schon ganz Berlin, durch und durch. Sven Regener liefert das Endstück seiner Trilogie, indem er einen Mittelteil schreibt, der nicht in der Mitte liegt. Der Roman hat dann auch einen grundsätzlich anderen Charakter als die ersten beiden Bände, es wird aufgeklärt oder zumindest angedeutet, was aus dem Bremer Bundeswehrsoldaten aus Schusseligkeit ohne Zukunft den Berliner Kneipenprofi ohne Zukunft macht - überraschenderweise reichen dazu die ersten zwei Tage in Berlin.

Frank findet Freunde, die zwar alle etwas seltsam sind, aber immer noch besser als die K-Gruppen-Menschen in Bremen. Er lernt die Stadt kennen, in der Punk zwar mal mehr war als am Fluss rumhängen und Bier trinken, aber mittlerweile zum Betätigungsfeld von verrückten Künstlern mit bescheuerten Künstlernamen geworden ist, die sich dann unwürdige Gefechte mit den echten Punks liefern. Das Flair der Berliner Gaslaternen, der langen Wege und der Mauer in der Stadt nimmt Frank ebenso selbstverständlich zur Kenntnis wie ein halbes Jahr zuvor das des Viertels in Bremen - und würde dabei nie von Flair reden. Und am Ende hat er Wohnung und Arbeit, ohne sich wirklich darum gekümmert zu haben.

Das, worum er sich die ganze Zeit kümmert, nämlich die Suche nach seinem Bruder, findet erst ganz zum Schluss ein erfolgreiches Ende, und doch kein Happy End. Letzlich wird das Buch erst mit den letzten beiden Kapiteln ein wirklicher Roman. Bis zu diesem Punkt gewinnt man gelegentlich den Eindruck, Regener hätte einem Schreibroboter den Schreibstil der anderen Bücher beigebracht und wäre dann in die Kneipe gegangen. Das ist dann zwar durchaus amüsant zu lesen, ja, man kann sogar herzhaft lachen angesichts der schnellen Dialoge über Punk, Kunst und Paranoia. Bliebe es dabei, wäre das Buch allerdings nicht wesentlich wertvoller als eine Folge Scrubs - womit Frank Lehmann zweifelsohne zufrieden wäre.

Das Buch kann dann aber letztlich doch einem Anspruch gerecht werden, den es selbst gar nicht unbedingt stellt. Es bietet in sehr offener Weise Ansätze zu den großen Fragen des Lebens. Dabei ist es kein Ratgeber oder so, es doziert nicht, es gibt nichts vor. Sein Ende ist nur ein Ende insofern, als dass die Anfangsbedingungen gesetzt sind. Es scheint alles möglich. Das Leben hält vieles bereit, es gibt viele Entscheidungen zu treffen, Kämpfe auszutragen, und oft genug ist auch alles egal. Für diese oder irgendwelche anderen Erkenntnisse ist dieses Buch, sind alle drei Werke besser geeignet als Thomas Mann und der ganze Familienkram, den man so in der Schule liest. Es gibt kein Ziel, keinen Sinn - aber man kann damit leben.

Wer nicht so auf tiefsinnige Deutungen steht, kann Der kleine Bruder auch einfach als einen humorvollen Rückblick in die Zeit Anfang der 80er nehmen, mit “so Kunst und Punk und New Wave und Neue Deutsche Welle und Postpunk und sonst was”. Und sich dabei ausmalen, wie herrlich sich dieses Buch verfilmen ließe. Anders als bei Neue Vahr Süd bietet Der kleine Bruder einen Elfmeter in dieser Hinsicht, gegen einen Torwart, der nur eine Chance hat, wenn der Soundtrack schlecht ist. Es wäre ein Film mit tollen Dialogen und schönen langen stillen Szenen im dunklen Berlin.

Egal, welchen der letzten beiden Absätze man nun als das Fazit dieser Rezension ansehen möchte, folgendes Zitat aus dem Buch passt zu beiden: “So geht´s natürlich auch, dachte Frank, daß man Straßenlaternen aufstellt, die nur dafür gut sind, sich selbst zu beleuchten.”

Das Zitat oben mit der Kunst und dem Punk und dem ganzen Kram kommt aus einem Interview mit Sven Regener, das der Eichborn Verlag zur Verfügung stellt, neben vielen anderen Infos zum Buch. Bei dem ist Der kleine Bruder nämlich erschienen, es kostet 19,95€ und hat 282 Seiten.

Den Nazis von Blood & Honour ist ein kleines Missgeschick passiert. Agenten der ZoGs haben ihr komplettes Forum samt Mitgliedsdaten geklaut und für jeden verfügbar online gestellt. Das klingt like a lot of fun, und ich werde es mir nachher mal angucken.

Presse

Und so guckt man sich den Spaß an:

werte genossen,
in den download links am ende meiner ansprache findet ihr 4 7z dateien.
so ladet diese herunter entpacket sie und folget der anleitung “readme.txt”.
ihr installieret einen lokalen webserver und sehet am ende: das komplette “blood&honour” forum - offline gespiegelt auf euerem desktop.
die anleitung wurde geschrieben vom großen vorsitzenden für die massen mit den kapiteln: windows und linux.
so werte bewohner der volksrepublik internet sollte jeder damit umgehen können.
verbleibet mir euch spass mit den daten zu wünschen.

gehet, tuet die kunde kund und verteilet die gaben!
gebet es besonders an: presse von radio, fernsehen und zeitung!

pressestelle der datenantifa!

und zu guter letzt an die nazis: ZOG is watching you harharhar

um 7z dateien zu entpacken:

7zip Windows Download:
http://downloads.sourceforge.net/sevenzip/7z457.exe

7zip Linux Source Download:
http://downloads.sourceforge.net/sevenzip/7z460.tar.bz2

7zip für Ubuntu:
sudo apt-get install p7zip

Pakete für andere Linux Distributionen und MacOS:
http://www.7-zip.org/download.html

Download:

http://rapidshare.de/files/40275351/install.7z.001.html
http://rapidshare.de/files/40276344/install.7z.002.html
http://rapidshare.de/files/40276657/install.7z.003.html
http://rapidshare.de/files/40276853/install.7z.004.html

Mirror:

http://www.megaupload.com/?d=08K7HVI0
http://www.megaupload.com/?d=XMYS4W63
http://www.megaupload.com/?d=SKDPG4B0
http://www.megaupload.com/?d=EJ0DB1X5

Viel Spaß beim durchstöbern

via

In eigener Sache: Richtigstellung eines Schreibfehlers

Mit großem Bedauern stellt kicker online fest, dass bei der Meldung über Ümit Özat ein Rechtschreibfehler unterlaufen ist.

Es handelt sich hierbei um einen Buchstabendreher, so dass aus Versehen “Karnakenhaus” statt “Krankenhaus” publiziert wurde.

Wir bitten vielmals um Entschuldigung.

You could not make this stuff up.

Gasgeruch

Da ich gerade damit beschäftigt bin, in altem Kram zu kramen und mich über solche Fundstücke zum wiederholten Male zu bespaßen, bin ich nicht damit beschäftigt, zu bloggen. Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Sorry.

Rafael van der Vaart ist in seinem ersten Spiel für Real Madrid vor heimischer Kulisse in der 39. Minute vom Platz geflogen. Wie die Marca berichtet, war er ziemlich hässlich und mit den Stollen voran in Juan Mata vom FC Valencia hineingegrätscht. Wir sprechen hier nicht von einem wichtigen Match in der Champions League, sondern vom spanischen Supercupfinale, in der Wichtigkeitsskala eine glatte null. Verbrochenes.net gratuliert Rafael van der Vaart zu seinem gelungenen Debüt und wünscht ihm auch für die Zukunft Mut zum beherzten Einsteigen. Die Herzen der Madrilenen sind ihm sicher jetzt schon sicher.

Black Francis - You can´t break a heart and have it

Das Original findet sich hier und wirft folgende Frage auf: Welche zwei Damen unter dreißig sind bereit, mich gegen lausige Bezahlung stets zu begleiten und von jedem Satz, den ich so im Laufe des Tages sage, die letzten paar Wörter zu wiederholen? Das stünde mir ziemlich gut.

Desweiteren muss ich eine Schaffenspause ankündigen. Ich werde keinen neuen Eintrag schreiben, bis “Südländer” hier im Blog wieder kommentiert. Danke für euer Verständnis.

Ich wollte diesen Beitrag eigentlich am letzten Freitag schreiben, dann wäre er nächstes Jahr auch viel visionärer herüber gekommen. Ich prophezeie nämlich, dass der ruhmreiche SV Werder dieses Jahr Deutscher Meister wird. Das wird ziemlich cool, auch wenn ich persönlich eine Umbenennung des Titels in “Fußballmeister in Deutschland” gerne sehen würde. Aber wir nehmen das Ding auch so.

Fakt ist, dass unser Kader mit Pizarro deutlich stärker geworden ist. Klasnic war ohnehin die meiste Zeit krank oder in Talkshows, Borowski auch immer verletzt. Dafür haben sich die anderen einspielen können, Talente wie Özil sind älter und damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch besser geworden. Mit der Verletzung von Hunt wird sich wohl auch meine Hoffnung auf Özils Einsatz gegen Schalke am Samstag erfüllen. Der macht drei Buden.

Jim Wiese hat angeblich acht (?) Kilogramm abgenommen, das kann nur gut sein. Nun ist er nicht mehr so ein muskelüberfrachtetes Modul, sondern ein reiner Katzenmann. Besser als Rensing oder wie der Typ heißt ist er ohnehin. Wenn ich mir die Bayern so angucke, bin ich überglücklich, dass wir den Stürmer zurück geholt haben, der mehr als nur ein gutes Jahr hatte, und nicht den seit anderthalb Jahren bemitleidenswert bemüht-glücklosen Miro Klose. Was hat den bloß so ruiniert? Egal, den hat jetzt Klinsi am Hals.

Pizarro wird mit genau vierunddreißig Toren Torschützenkönig und gleichzeitig erfolgreichster Ausländer in der Bundesliga, mit einem Tor mehr als Giovane Elber. Danach kauft Werder ihn mit dem Geld, das wir in der Champions League im mit einer Verspätung von fünf Jahren eingetroffenen Triumphzug verdient haben.

Bayern wird sich schon nach dem nicht gewonnen Spiel in Dortmund in einer ernsten Krise befinden.

Achtung: Wer diesen Eintrag am Sonntag liest und denkt “Werder nach dem 3:4 gegen Schalke aber auch“, könnte recht haben, tut es aber nicht. Denn in Bremen ist erst Krise, wenn wir am dreiunddreißigsten Spieltag Letzter sind, bis dahin wird einfach ruhig weiter gearbeitet.

Derlei ist natürlich nicht möglich, wenn man Klinsmann zum FC Hollywood geholt hat. Stattdessen gibt es dort große Diskussionen um Schweini und Poldi, den Fehleinkauf Borowski, den altersschwachen Toni und Klößchen, den Versager. Am Ende wird Uli zum Jürgen sagen: Modern ist, wenn man gewinnt! und ihn umgehend durch Otto Rehhagel oder Felix Magath ersetzen. Das ist dann ungefähr der Zeitpunkt, zu dem wir zehn Punkte Vorsprung haben. Und in den Läden langsam die Weihnachtsdeko ausgepackt wird.

Heute habe ich in einer Rasiererwerbung erfahren, dass neunzig Prozent der Men’s Health Leser der Meinung sind, mit rasiertem Körper hätten sie bessere Chancen bei Frauen. Das finde ich bemerkenswert. Um das zu wiederholen: Die Werbung behauptet nicht, man habe mit rasiertem Körper bessere Chancen bei Frauen. Sie stellt nur fest, dass die Leser dieses Magazins das glauben.

Die Überzeugungskraft dieser Strategie scheint gering. Es dürfte kaum eine Gruppe von Menschen geben, die weniger über Frauen weiß als die Men’s Health Leser. Das ist einerseits die Vorbedingung dafür, dass sie das Blatt überhaupt kaufen, andererseits das Resultat der Lektüre. Kein Wunder also, wenn der langjährige Abonnent denkt, Frauen räkelten sich in ihrer Freizeit gern nackt auf Autos oder Fußballplätzen.

Für den noch unentschlossenen männlichen potenziellen Körperrasierer wären Informationen über die tatsächlichen Präferenzen seiner angestrebten Sexualpartner deutlich hilfreicher. Aber leider ergibt sich da sicher keine so schöne Prozentzahl. Und was sagen eigentlich die Leserinnen?

“So ungefähr muss Hitler auch durch Wien gegangen sein” stellten wir kürzlich beim Anblick eines besonders elend und verzeifelt daherkommenden Mitbürgers fest. Kommt diese Feststellung zunächst ganz harmlos daher, so zieht sie doch gewaltige Konsequenzen nach sich. Angesichts der verheerenden Auswirkungen, die Hitlers Weiterleben nach seiner Wiener Postkartenmalerzeit hatte, stellt sich die Frage, wieviel Risiko man eingehen will. Soll man, um den Bürgerrechten genüge zu tun, Leute, die sich offensichtlich wie Hitler verhalten, einfach unbehelligt ihrer Wege gehen lassen? Oder ergibt sich da für jeden Antifaschisten eine klare moralische Handlungsanweisung?

Wir haben für uns entschieden, dass wir uns ganz bestimmt nicht dadurch mitschuldig machen werden, dass wir den nächsten Faschistenführer in dieser Stadt haben groß werden lassen. In der letzten Woche haben wir deshalb drei Mal beherzt eingegriffen. Nach einem selbst für uns völlig undurchsichtigen Verfahren wird die Wahrscheinlichkeit errechnet, mit der sich ein auffällig gewordener Passant zum Weltübel und millionenfachen Mörder entwickeln wird. Die in die Berechnung einfließenden Faktoren ergeben sich aus der historisch genauen Betrachtung Adolf Hitlers. Besonders deprimiert oder verzweifelt, jung, männlich - das macht verdächtig. Ergibt sich eine Hitler-Wahrscheinlichkeit von mehr als zweikommafünf Prozent, greifen wir ein. Kürzlich setzte ein von uns beobachteter junger Mann gerade dazu an, einer Frau eine selbstgemalte Postkarte zu verkaufen, da war für uns alles klar, und er verschwand wenig später in der Weser. Da, wo sie besonders tief ist.

maerD naciremA

Drei Tage vor dem Saisonstart hat Zweitligist TuS Koblenz den US-Amerikaner Matthew Taylor verpflichtet. Der 26 Jahre alte Stürmer, der einen Vertrag bis 2009 unterzeichnete, spielte zuletzt bei HOLLYWOOD UNITED.

Die arme Sau.

Quelle: ZDF-Text.

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